Ein bewegtes Jahr

Kalender mit Jahresrückblick 2016

Kalender mit Jahresrückblick 2016

Wie jedes Jahr schreibe ich auch dieses Jahr wieder meinen ganz persönlichen Jahresrückblick. Vielleicht haben Sie im Anschluss auch Lust und Muße sich ein paar Reflexionsfragen zu Ihrem Jahr 2016 zu stellen. Selbstverständlich freue ich mich auch, wenn Sie Ihre Ereignisse im Kommentarfeld teilen.

Mein Jahresrückblick ist mittlerweile ein feststehendes Ritual. Dann sitze ich mit einer Tasse Tee vor meinem Adventskranz und lasse die Ereignisse des Jahres an mir vorbeiziehen.

1. Auftakt: die große Aufräumaktion

Dieses Jahr war ein sehr bewegtes Jahr. Bereits Ende 2015 habe ich beschlossen mit ein paar Dingen aufzuräumen. Somit startete das Jahr mit einer großen Entrümpelungsaktion. Der Auslöser hierfür war meine persönliche und fachliche Weiterentwicklung und die Feststellung, dass einige Kundenprojekte, bestimmte Trainingsthemen und Trainingsmethoden einfach nicht mehr zu mir passten. Ich hatte einige Fortbildungen und Kongresse besucht und mich zudem mit einigen Themen sehr intensiv auseinandergesetzt. Dadurch entstanden neue Denkweisen und ich entdeckte neue Methoden sowie andere Ansätze, die ich gerne weiter ausbauen und umsetzen wollte. Folgende Dinge wurden mir in meiner Arbeit als Unternehmens- und Karriereberaterin wichtiger denn je: zum einen wollte ich Unternehmen und Menschen zusammenbringen, die wirklich zueinander passten, und zum anderen wollte ich nur noch Aufträge annehmen, wo Unternehmen ihre Mitarbeiter individuell, praxisnah und anhand ihrer Stärken weiterentwickelten und förderten. Zudem war es mir wichtig, in meiner Arbeit noch mehr darauf zu achten, dass Unternehmens- und Mitarbeiterinteressen gleichermaßen und ausgewogen berücksichtigt werden.

Ich spürte ganz deutlich, dass es nun an der Zeit war einige Kundenprojekte zu beenden und Themenbereiche aus meinem Trainings- und Coachingangebot zu entsorgen. Jedoch war das kein leichter Prozess, denn die Projekte und Trainingsthemen liefen gut, wurden sehr häufig nachgefragt. Also warum sollte ich etwas beenden, das erfolgreich ist und mir natürlich auch ein sicheres Einkommen einbrachte. Natürlich kannte ich die Antwort – es entsprach eben nicht mehr meiner Überzeugung, doch die Zweifel waren weiterhin groß.

Deshalb beschloss ich, erst einmal in meinem privaten Bereich und meinen Büroräumen ganz einfach und praktisch auszumisten. Sämtliche Schränke, Regale, Keller und Dachboden wurden durchkämmt und so landete säckeweise, mittlerweile aus der Mode gekommene und zu klein geratene Kleidungsstücke in der Altkleidersammlung. Und Unmengen Papier, gesammelte Fachzeitschriften, alte Trainingsskripte und sonstigen gesammelten Werke wanderten direkt in die Altpapiertonne. Dies war ein unglaublich befreiendes Gefühl. Ein paar Wochen später wurde ich mutiger und verabschiedete mich endgültig von Trainingsthemen, denn einige Skripte und Trainingsskizzen waren ja bereits entsorgt. Dann beendete ich ein sehr großes und lukratives Kundenprojekt und verabschiedete mich aus unproduktiven Kooperationen und zeitraubenden Netzwerken.

Ich wagte mich auch an das Ausmisten blockierender Glaubensätze wie z.B. „Arbeit muss keinen Spaß machen“, „wer erfolgreich sein will muss viel leisten“, „ Du musst Dich noch mehr anstrengen“, „das darf man nicht“.

Und nun sind Sie dran:

Mit wem oder was haben Sie dieses Jahr aufgeräumt?

  • Was passte nicht mehr zu Ihnen?
  • Was wollten Sie so nicht mehr weitermachen?
  • Von wem oder was haben Sie sich endgültig verabschiedet?

2. Ausgebremst

Doch irgendwie ging es mir anfänglich gar nicht so gut, wie ich es mir erhofft hatte. Ich war permanent erschöpft, krank und lag mit Grippe und am Ende mit einer heftigen Seitenstrangangina im Bett und war für mehrere Wochen außer Gefecht gesetzt. Da war es wieder – mein mir mittlerweile vertrautes Frühwarnsystem – mein Körper. Er zwang mich zur Ruhe, denn ich konnte mit dieser Infektion tatsächlich nur im Bett liegen und schlafen.

Mein Körper wollte mir etwas sagen. Scheinbar war ein innerer Konflikt hier nicht gelöst. Mir wurde klar, dass ich zwar äußerlich aufgeräumt habe, aber innerlich plagten mich nach wie vor Zweifel und Ängste. Habe ich die richtige Entscheidung getroffen? Wer bin ich denn, dass ich mir das einfach herausnehme? Und da waren sie wieder, die alten Glaubenssätze und Muster.

Selbstverständlich erlitt ich durch meine Entscheidung einen erheblichen Umsatzeinbruch, der durch die Akquise neuer Kundenprojekte wieder erwirtschaftet werden musste. Das erzeugte Druck und mein innerer Kritiker schimpfte mich für so viel Dummheit aus. Meine „Äffchen im Kopf“ – so nenne ich die Gedanken die permanent unseren Geist beschäftigen – zeterten, stritten und erschöpften mich dermaßen, dass mich mein Körper mit einer heftigen Infektion zur Ruhe zwang. In solchen Fällen greife ich lediglich zu nur einer Lektüre: Louise L. Hay „Heile Deinen Körper“. Hier schaue ich nach, welche Glaubensmuster und alte Überzeugungen für die Krankheit verantwortlich sind. Davon können Sie jetzt halten was Sie wollen ;-), aber Louise L. Hay ist tatsächlich in Krankheitsfällen mein bester Ratgeber.

Und bei Louise L. Hay fand ich Rat: Bei dem Stichwort Infektion fand ich folgendes: Unordnung in den Gedanken, Wut, Ärger, Gereiztheit. Und wenn diese im Hals lokalisiert ist, dann bedeutet dies: Erstickte Kreativität und Weigerung sich zu ändern.
Die Unordnung der Gedanken konnte ich sofort nachvollziehen, denn die „Äffchen im Kopf“ stritten ja immer noch. Aber auf wen oder was war ich wütend?
Es dauerte ein paar Tage und dann fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Ich war wütend auf mich, weil ich mich mal wieder nicht traute zu meiner Entscheidung zu stehen. Ich erklärte und rechtfertigte mich für den Schritt vor mir und vor anderen, ich stand nicht wirklich dazu, geschweige denn, dass ich auf meine neuen Ideen und Impulse vertraute. Ich war innerlich für die Veränderung nicht bereit. Na klar, deshalb manifestierte sich die Infektion im Hals.

Für mich ist dieser Ratgeber von Louise L. Hay ein guter Impuls, um zu reflektieren, das muss nicht für jeden passend sein. Für mich wurde dann folgender Satz zu meinem täglichen Mantra – denn natürlich beinhaltet dieses Buch auch den heilenden Glaubenssatz 😉 – „Ich vertraue dem Prozess und es wird gut für mich gesorgt sein. Ich gebe meiner Kreativität Ausdruck. Ich bin willens mich zu wandeln.“ Insbesondere wenn die „Äffchen“ mal wieder zu laut wurden, half mir dieser Satz, um aus dem Gedankenkarussell auszusteigen.

Wer oder was hat Sie ausgebremst?

  • Wurden Sie auf Ihrem Weg auch aufgehalten?
  • Was hat Sie blockiert?
  • Wie geht es Ihnen mit dem Thema „Loslassen“?
  • Wie ist es Ihnen gelungen loszulassen?

3. Endlich Platz für Neues

Nach einer intensiven Vitamin B12, C und D Kur, die mir mein Arzt verordnete und meinem täglichen Mantra, war nach einiger Zeit endlich Ruhe und Klarheit da. Leichtigkeit und Gelassenheit stellte sich ein und ich konnte den Sommer in vollen Zügen genießen – und es entstand Neues.

Neue Firmenkunden fanden zu mir, neue Coachingkonzepte entwickelten sich und neue bereichernde Kooperationen entstanden. Neben neuen Firmenkunden fanden auch viele Einzelpersonen zu mir und gemeinsam suchten wir nach neuen beruflichen Herausforderungen für sie, übten Vorstellungsgespräche, bereiteten Gehaltsverhandlungen vor, Altes wurde verabschiedet und Neues begrüßt und einige meiner Kunden fanden ebenfalls Wege für mehr Gelassenheit in ihrem beruflichen Alltag.

Ich wagte mich auch in neue Gefilde. Dank Svenja Hofert`s Aufruf zur Blogparade habe ich endlich meinen Blog gestartet. Am Ende erschien mein erster Blogbeitrag „Welche Stärken braucht es in einer beschleunigten und digitalen Arbeitswelt“ auch in Svenja Hoferts E-Book „Was sind Stärken“, das Sie hier kostenlos downloaden können.

Meine Kollegin Angélique Thranberend von „Gesundheit und Karriere“ stellte mich mit Ihrer Anfrage zu einem Skypeinterview auch vor eine neue Herausforderung. Das Interview als solches machte mir keine Sorgen, nur wer mich kennt weiß, dass ich mit neuer Technik Berührungsängste habe. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten beim Einrichten meines Skypeaccounts haben wir dann endlich das Video aufnehmen können. Hier habe ich zum Thema gesunde Karrieren über mein bereits beschriebenes Frühwarnsystem gesprochen. Am Ende des Interviews habe ich noch einen kleinen achtsamen und machbaren Tipp gegeben, wie Sie in unserer schnelllebigen und fordernden Arbeitswelt gesund bleiben. Das gesamte Interview können Sie hier sehen.

Am Ende des Jahres hat sich Mut und Durchhaltevermögen ausgezahlt und ich wurde reich beschenkt an neuen Erfahrungen, mit spannenden Kundenaufträgen und mit der Begegnung wunderbarer Menschen.
Das hört sich vielleicht ganz leicht an, das war es allerdings in keinster Weise. Auf dem Weg gab es noch einige Wirrungen und Irrungen. Ich habe mich wieder mit viel Energie und Leidenschaft in uneffektive Projekte und Kooperationen begeben, die einfach nicht voranschreiten wollten. Verbissen hielt ich an alten Mustern und eingeschlagenen Wegen fest, um am Ende voller Frustration und ernüchtert zu erkennen, dass es so einfach nicht funktionieren will.
Nach wie vor, versuche ich mit Achtsamkeit, täglicher Meditation und Yoga gelassen durch den Tag zu gehen. Das gelingt mal gut und auch manchmal so gar nicht. Deshalb ist oft der Weg das Ziel.

In diesem Sinne wünsche ich allen ein gesegnetes Weihnachtsfest im Kreise Ihrer Lieben und einen guten Start ins neues Jahr.

PS: Und die Aufräumaktion haben mein Mann und ich selbstverständlich in Haus und Garten weiter fortgeführt und am Ende standen nach schweißtreibender Arbeit zwei neue Gartenhütten 😉

Gartenhuette

Was ist bei Ihnen dieses Jahr Neues entstanden?

  • Was haben Sie begonnen?
  • Wo haben Sie sich getraut, und Ihre gewohnte Komfortzone verlassen?
  • Worauf sind Sie am Ende des Jahres besonders stolz?

Für eine sinnvolle Karriere ist es wichtig, in regelmäßigen Abständen zu prüfen, ob die Themen, Projekte, der Job für Sie in dieser Form noch stimmig ist und mit Ihren Werten übereinstimmt. Auch die persönliche und fachliche Weiterentwicklung sollten Sie meiner Meinung nach nicht ausschließlich an den Arbeitgeber delegieren, sondern selbst die Verantwortung für Ihre eigenen Beschäftigungsfähigkeit „Employablility“ übernehmen. Dafür ist die Fähigkeit der Selbstreflexion und Selbstführung eine wichtige Voraussetzung. Fangen Sie also gleich damit an. Mit der Rückschau beginnt bereits der Veränderungsprozess und das ist gleichzeitig die Grundlage für Ihre Zielsetzung für das kommende Jahr.

Ich wünsche Ihnen viel Spaß dabei und freue mich wie immer darauf, wenn Sie Ihre persönlichen Ereignisse mit mir teilen, gerne per E-Mail oder auch mit allen anderen Lesern unten in den Kommentaren.

Bis dahin eine gute Zeit und bis zum Ausblick 2017 im Januar.

Sandra Lorenz
Ihre Sandra Lorenz

* PS: aus Gründen der besseren Lesbarkeit verzichte ich auf die Nennung der weiblichen Form und meine damit gleichermaßen Frauen und Männer.

Bildquelle:

Jahresrückblick: 123485114 – Kalender mit Jahresrückblick 2016
© stockWERK

Gartenhütten und Sandra Lorenz – privat ©sandralorenz

Sandra Lorenz ist Personal- und Karriereberaterin, Business Coach und Kommunikationstrainerin. Sie unterstützt Unternehmen und Privatpersonen bei der Personalauswahl oder Jobfindung, bei beruflicher Neuorientierung, individueller Karriereentwicklung und einem souveränen Auftritt im Job.

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Sandra Lorenz ist Personal- und Karriereberaterin, Business Coach und Kommunikationstrainerin. Sie unterstützt Unternehmen und Privatpersonen bei der Personalauswahl oder Jobfindung, bei beruflicher Neuorientierung, individueller Karriereentwicklung und einem souveränen Auftritt im Job.

8 Kommentare Schreibe einen Kommentar

    • Liebe Angélique, herzlichen Dank und ich freue mich ebenfalls auf unsere Braintrust Gruppe und auf viele neue und bereichernde Erfahrungen. Also auf ins neue Jahr 😉

  1. Liebe Sandra, ein sehr bewegender Artikel. Ich selber habe einige der beschriebenen Phasen erlebt und am Ende genau wie Du etwas Neues bekommen. Mir hilft dabei immer der Glaubenssatz „Es gibt immer einen Weg“. Ich wünsche Dir weiterhin viel Gutes auf dem Weg und heilsame Erfahrungen ?Herzliche Grüße Cornelia

    • Liebe Cornelia, „es gibt immer einen Weg“ gefällt mir sehr gut und genau das ist auch meine Erfahrung. Unabhängig von beruflichem Erfolg gibt es so unterschiedliche und zum Teil auch schmerzhafte Erfahrungen im Leben, in denen man sich hilflos fühlt und denkt, wie soll es nur werden. Aber es gibt immer einen Weg. Danke, dass Du das hier mit uns geteilt hast.

  2. Liebe Sandra, vielen Dank für Deinen Einblick in Dein zurückliegendes Jahr. Gerne denke ich an unsere gemeinsame Arbeit zurück und freue mich mit Dir, wenn Dich Deine beruflichen Schritten voranbringen, vor Allem gelassener. Ich wünsche Dir viel Kraft und atemberaubende Momente für 2017, die Dein Leben reicher machen werden. Deine Anke

    • Liebe Anke, ganz herzlichen Dank für Deine Worte. Ich denke auch oft dran zurück und fand unseren Peergruppen Austausch immer sehr bereichernd. Dies hat mich auch sehr geprägt und weitergebracht. Nun bin ich froh und stolz die Themen vorangebracht zu haben, die mir wichtig waren. Ich wünsche Dir eine schöne Weihnachtszeit und ein wundervolles neues Jahr 2017.

  3. Liebe Frau Lorenz,

    danke schön für diesen offenen und inspirierenden Jahresrückblick.

    Ähnliche innere Kämpfe macht wohl jeder durch, der dabei ist, seinen eigenen Weg immer konsequenter zu gehen. Es gehört einfach dazu.

    Und es ist nicht einfach, dann nicht wieder zurückzufallen in alte Muster.
    Umso schöner kann dann – wie Sie es beschreiben – das Neue werden.

    Gerade für uns Berater und Coaches finde ich es extrem wichtig, diese Erfahrungen zu machen und bewusst zu durchleben. Denn wie wollen wir Klienten unterstützen, wenn wir uns nicht halbwegs in ihre Situation hereinversetzen können und auch selbst schon schwierige Entscheidungen getroffen haben?

    Ich wünsche Ihnen für das neue Jahr noch weitere schöne Früchte aus der Arbeit, die Sie geleistet haben.

    Herzliche Grüße
    Monika Birkner

    • Liebe Frau Birkner, ganz lieben Dank. Ja, ich denke, dass ein Veränderungsprozess bei jedem durch Widerstand und inneren Kämpfen begleitet wird. Und wir Coaches und Berater können durch unsere eigenen Erfahrung dann auch unseren Kunden ein guter Begleiter in solchen Phasen sein. Ganz lieben Dank und ein schönes Weihnachtsfest und Ihnen weiterhin viel Erfolg im neuen Jahr mit Ihren neuen Projekten und dem Membership-Programm.

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